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Marsch im Geschlossenen Verband PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jesko Jachens   
Samstag, 21 Oktober 2006
ImageDas Technische Hilfswerk kann als Katastrophenschutzbehörde des Bundes dank seiner modularen Einsatzstruktur auch bei überörtlichen Großschadenslagen eingesetzt werden.

So wurden zum Beispiel THW Einheiten aus verschiedenenen Bundesländern (bzw. aus dem ganzen Bundesgebiet) nicht zuletzt bei der Schneekatastrophe im Münsterland, dem Hochwasser an der Elbe oder der Vogelgrippebekämpfung auf Rügen zu Beginn des Jahres zusammengezogen.

Hierbei muss eine Vielzahl von THW Einsatzfahrzeugen zum weit entfernten Einsatzgebiet gefahren werden. Für solche Transporte bietet sich eine Fahrt als Geschlossener Verband an.

Am Samstag, 21. Oktober stand eine solche Fahrt im "Geschlossenen Verband" auf dem Ausbildungsplan.

Bei einem Geschlossenen Verband sind alle Fahrzeuge mit einer blauen Flagge an der Fahrerseite gekennzeichnet, lediglich das letzte Fahrzeug des Verbandes trägt eine grüne Flagge. In der Regel haben das erste und letzte Fahrzeug zudem ihre blaue Rundumleuchte angeschaltet, bzw. werden von Fahrzeugen mit Blaulicht eskortiert.

Im Wesentlichen gilt für alle anderen Verkehrsteilnehmer der Grundsatz, dass der gesamte Geschlossene Verband wie ein einzelnes Fahrzeug zu behandeln ist. So passieren z.B. alle Fahrzeuge des Verbandes Kreuzungen und Einmündungen nachdem das Führungsfahrzeug passiert ist, auch wenn inzwischen Ampeln rotes Licht zeigen oder vorrangberechtigter Verkehr angekommen ist.
Daher ist es auch nicht sinnvoll (und nicht erlaubt) zwischen die Fahrzeuge eines Verbandes hineinzuscheren.

Diese Besonderheiten machen aber auch ein Üben der Verbandsfahrt notwendig.

Die Fahrt im Geschlossenen Verband führte die Preetzer THW Helfer mit 6 Fahrzeugen von Preetz über Plön, Ascheberg, Segeberg, Lübeck, Oldenburg und Lütjenburg zurück nach Preetz. Die Kraftfahrer konnten die zuvor in der Theorie aufgefrischten Inhalte erfolgreich in die Praxis umsetzen und auch das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer war sehr positiv.

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Marschbefehl

1. Lage
Der TZ Preetz wird zu Ausbildungs- und Übungszwecken am 21.10.2006 als geschlossener Verband nach Lübeck verlegt und von dort zurück nach Preetz.

2. Auftrag

  • Zusammenstellen des TZ Preetz zu einem Verband gemäß der Anlage "Marschfolge"
  • Marsch im geschlossenen Verband gemäß der Anlage "Marschskizze"
  • Der ZFü Preetz fungiert als Verbandsführer

3. Durchführung

  • Herstellen der Marschbereitschaft
  • Marsch im geschlossenen Verband
    • Die Marschreihenfolge ist in der Anlage "Marschfolge" vorgegeben.
    • Die Marschroute ist in der Anlage "Marschskizze" vorgegeben.
    • Fahrzeugabstand:
      • auf Bundes-/Landstraßen: 25 Meter
      • auf BAB: 100 Meter
    • Marschgeschwindigkeit:
      • innerorts: 30 km/h
      • außerorts auf Bundes-/Landstraßen: 50 km/h
      • außerorts auf BAB: 60 km/h
    • Verkehrssicherung: Alle Fahrzeuge im Verband sind vorschriftsmäßig zu beflaggen. Das schließende Fahrzeug trägt zusätzlich eine rückwärtige Warntafel "Achtung Kolonne". Das führende und schließende Fahrzeug haben ständig blaues Rundumlicht geschaltet, alle anderen Fahrzeuge bekommen die Anweisung zum Ein-/Ausschalten der RKL vor Kreuzungen und anderen Gefahrenbereichen.
    • Es gibt keinen zusätzlichen Verkehrssicherungsposten.

4. Logistik

  • Alle Fahrzeuge sind zu Marschbeginn vollgetankt. Eine Betankung während des Marsches ist nicht erforderlich.
  • Verpflegung wird vor Dienstbeginn bereit gemacht und im Führungsfahrzeug mitgeführt. Die zwei Technischen Halts dienen gleichzeitig als Verpflegungspause.

5. Führung und Verbindung

  • Alle Funktionsträger sind auf der Anlage "Marschfolge" beschrieben und festgelegt.
  • Alle Fahrzeuge der Kolonne haben ständig Sprechfunkverbindung miteinander, hierzu ist der folgende Kanal zu schalten:
    im 4m-Band auf Kanal 510 W/U
  • Die An- und Abmeldung des Verbandes bei den zuständigen Kreisleitstellen erfolgt zentral durch den Verbandsführer.

Letztes Update ( Donnerstag, 02 November 2006 )
 
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