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THW Preetz im Einsatz beim Jahrhunderthochwasser PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Zugführer   
Sonntag, 01 September 2002
ImageNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen im Bereich Süd-Ost-Deutschland und den angrenzenden Ländern kam es dort zu massiven Überflutungen mit schweren Schäden. Ab dem 13.08.02 standen auch im OV Preetz 17 Helfer bereit, um sofort in den betroffenen Gebieten zu helfen.

Da sich die Wassermengen in der Elbe sammeln und in die Nordsee abfließen müssen, wurde für den gesamten Bereich der Elbe mit einem sehr hohen Hochwasser gerechnet, in deren Verlauf einige Deiche nicht halten oder überspült werden würden. So wurde unserer Länderverband zunächst als Reserve bereitgestellt, da auch noch Gebiete in unserem Bereich betroffen sein werden.

Am Samstag 17.08.02 begann dann aber doch unser Hochwassereinsatz.Gegen 12:00 Uhr erhielten wir den Auftrag mit Kipper und Tieflader das Raupenfahrzeug Hägglund des OV Eutin nach Lauenburg zu transportieren.In Lauenburg musste die Altstadt und ein 2,2km langer Deichabschnitt gesichert werden. Dieser Deich stammte aus dem Jahre 1962, ist ein reiner Kiesdeich und wäre ohne Sicherung bestimmt gebrochen. Der Deich wurde Elbseitig mit einer Teichfolie abgedeckt, die mit Sandsäcken fixiert wurde.

Als wir um 16:30 Uhr in Lauenburg eintrafen, arbeiteten dort bereits mehrere THW Ortsverbände und Feuerwehren. Unser Kipper mit den 3 Helfern wurde sofort zum Transport von Sandsäcken eingesetzt. Aus dem GFB Lübeck waren bereits weitere Transportkomponenten auf dem Weg nach Lauenburg.

Am Abend wurde dann auch unser Radlader auf den Weg nach Lauenburg gebracht. Am Sonntag wurden die Sicherungsarbeiten mit Radlader und Kipper weiter unterstützt. Am Nachmittag gab es vom WSA eine neue Berechnung der Hochwasserpegelstände, wonach in Lauenburg nicht mit 9,00m sondern mit 9,80m gerechnet werden müsste.Daraufhin wurde Katastrophenalarm für Lauenburg und den Nachbarkreis Ludwigslust ausgerufen.

Kurz darauf wurden alle Technischen Züge des GFB Lübeck und Hamburg alarmiert und nach Lauenburg geschickt. Auch unser TZ machte sich auf den Weg und erreichte gegen 23:00 Uhr Lauenburg und begann sofort bei den Arbeiten am Deich zu helfen. Der Deich sollte mit Sandsäcken um 1,00m erhöht werden und am Deichfuß sollte eine Schotterstraße enstehen.

Inzwischen wurde in Schwarzenbek ein Verfügungsraum eingerichtet, in dem die Einheiten schlafen und verpflegt werden können.

Zur weiteren Unterstützung kamen am Montag 500 Bundeswehrsoldaten. Die Schotterstraße wurde mit mehreren Bauunternehmen unter Leitung des THW gebaut. Da auch nachts gearbeitet wurde, musste der gesamte Deich beleuchtet werden.

Am Dienstag kam dann die erste Flutwelle mit ca. 7,80m und der Deich musste sich bewähren, wobei die Sicherungsarbeiten weitergingen.

Am Mittwoch erreichte uns ein weiterer Einsatzauftrag: Die ausgebrachte Folie löste sich an einigen stellen und soll mittels Tauchern wieder befestigt werden. Unsere Taucher machten sich mit dem GW Taucher auf den Weg nach Lauenburg. Dort angekommen wurde mit DLRG und Polizeitauchern zusammengearbeitet.

In den nächsten Tagen gab es für uns drei Einsatzschwerpunkte: Stellen der Transportkomponente FGr R mit Kipper, Tieflader und BRmG in 24std. Schichtdienst. Beleuchtung und Sandsackverbau in der Nachtschicht durch den TZ. Sichern der Folie durch Taucher in der Tagschicht. Es handelte sich um 12std Arbeitsschichten und 12std Ruhezeiten in Schwarzenbek, Schichtwechsel war jeweils um 7:00 und 19:00 Uhr

Am Freitag erreichte dann die Scheitelwelle des Hochwassers Lauenburg mit einem Pegel von 8,70m aber deutlich unter der Vorhersage von 9,80m. Dies lag daran dass im Elbverlauf mehr als 15 Deiche gebrochen oder gesprengt worden waren. Am Wochenende wurden dann einige Helfer von uns abgelöst, da der Einsatz noch eine Woche weiter gehen sollte.

Am Sonntag endete der Einsatz der Tauchergruppe, da Schadstoffe in erhöhter Konzentration gemessen wurden, die ein Tauchen mit unserer Ausrüstung nicht mehr zuließen. Mit langsam sinkenden Pegel und abnehmenden Druck auf die Deiche begannen am Dienstag die ersten Aufräumungsarbeiten.

Da der Kampf gegen die Fluten erfolgreich war, gab es am Mittwoch Abend eine Sandsackparty im Bereitstellungsraum Schwarzenbek, zu der das THW alle Helfer der anderen Organisationen und der Bevölkerung eingeladen hatte. Mit Live Musik Essen und Trinken wurde es eine lange Nacht, die sich die Helfer aber auch verdient hatten.

Der Pegel ist am Donnerstag auf 7,50m gesunken, so dass die Arbeiten und Beleuchtung am Deich eingestellt werden konnten und der TZ Preetz nach Hause abrücken konnte. Die Transportkomponente FGr R wird noch für weitere Aufräumungsarbeiten eingesetzt und kehrt am Montag zurück in den OV Preetz.

Insgesamt waren 28 Helfer aus Preetz direkt eingesetzt und weitere 10 Helfer hätten noch für eine weitere Ablösung bereitgestanden. Damit geht ein anstrengender zweiwöchiger Einsatz für den OV Preetz zu Ende, der aber erfolgreich und gut motiviert abgeschlossen wurde. Alle Helfer würden sofort wieder für so einen Einsatz bereit stehen.

Letztes Update ( Montag, 21 August 2006 )
 
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